McAfee-Sicherheitsexperte Greg Day befürchtet einen deutlichen Anstieg sogenannter "Ransomware". Dabei handelt es sich um schädliche Software, die sich im Internet als Sicherheitssoftware getarnt über Pop-Ups verbreitet. Die Software verschlüsselt die Dateien des infizierten PCs und macht sie ohne den Besitz eines Entschlüsselungspassworts unbrauchbar.
So geschehen vor kurzem in England - Helen Barrow, eine Krankenschwester aus Littleborough, wurde das erste englische Opfer einer solchen Attacke. Sie installierte unabsichtlich die schädliche Software in dem Glauben, diese würde sie von einem angeblichen Virenbefall befreien. Von nun an wurde sie bei jedem Versuch, ihre Dateien einzusehen aufgefordert, einen Einkauf in Höhe von mindestens 40 Pfund bei einem Online-Medical-Center zu tätigen. Nach Eingang des Betrages sollte ihr angeblich ein 30-stelliges Passwort zur Entschlüsselung der Dateien übermittelt werden. Zusätzlich untersagten ihr die Trickbetrüger eine Kontaktaufnahme mit der Polizei, da ihre Dateien sonst zerstört würden.
Laut Greg Day sei in Zukunft auch in Deutschland mit einer Verbreitung ähnlicher Software zu rechnen. Anfangs überwiegend in Business-Communities im Internet zu finden, verbreitet sich diese Schädlingsvariante heute immer mehr im Consumer-Bereich. Da zudem die technische Struktur schädlicher Software immer komplexer wird und die Internet-Kriminellen die Möglichkeit haben, überall auf der Welt zu agieren, wird eine strafrechtliche Verfolgung durch Justiz und Polizei zusätzlich erschwert oder teilweise sogar unmöglich gemacht. Dies gebe den Kriminellen aus dem Informationszeitalter ein Gefühl von Sicherheit, was aus Sicht des Sicherheits-Experten absolut unverantwortlich ist.
Mit einer Rekordmarke von circa 400 Milliarden Dollar (Quelle: McAfee) überstieg der durch kriminelle Software entstandene Schaden den jährlichen Umsatz, der weltweit durch den illegalen Verkauf von Drogen gemacht wird. Deshalb fordert Greg Day, mehr Kraft und Mittel für die Bekämpfung von virtueller Kriminalität bereitzustellen.
Dieser Beitrag gibt den Stand der Dinge vom 03. Juli 2006 wieder.
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