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VIREN


Foto by vietnamnet.vn   Wer ohne Schutz surft, stürzt
seinen Rechner ins Verderben
 
Bei Computerviren handelt es sich um sich selbst vermehrende Programme, die aufgrund ihrer meist mit auf den Weg gegebenen Schadfunktion in der Lage sind, Veränderungen an Hardware, Betriebssystemen oder an Software vorzunehmen. Da ihr Wirken von betroffenen Anwendern nicht kontrolliert werden kann und die Schädlinge die Sicherheit befallener Systeme beeinträchtigen können, werden sie zur sogenannten Malware gezählt. Neben den Computerviren gibt es da noch die Trojaner und die Internet-Würmer. Diese Gattungen sind vom Anwender kaum zu unterscheiden, da die Übergänge zwischen ihnen mittlerweile sehr fließend sind. Sie grenzen sich fachlich gesehen aber vor allem durch ihre Techniken und Verbreitungskonzepte ab.

Mit dem Bootsektor-Virus Brian tauchte am 19. Januar 1986 der erste PC-Virus auf. Brain infizierte Computer über Floppy-Disketten, war jedoch vergleichsweise harmlos. Die Vorherrschaft von Bootsektor-Viren, die mit dem Verschwinden von Floppy-Disketten quasi ausgelöscht wurden, dauerte von 1986 bis 1995. Da sie via Diskette von einem auf den nächsten Computer übertragen wurden, hätte ihre Verbreitung erst Monate oder sogar Jahre nach ihrem Erscheinen eine kritische Stufe erreicht. Das änderte sich 1995 mit dem Aufkommen von Makro-Viren, die Sicherheitslücken in den frühen Windows-Betriebssystemen ausnutzten. Makro-Viren beherrschten insgesamt vier Jahre die IT-Welt und das Zeitfenster von der Entdeckung eines Schädlings bis hin zu seiner weltweiten Verbreitung verkürzte sich auf etwa einen Monat.

Als die Kommunikation per E-Mail immer beliebter wurde, folgten E-Mail-Würmer, die innerhalb eines Tages eine globale Epidemie auslösen konnten. Einer der ersten, Loveletter alias ILOVEYOU, erlangte zweifelhaften Ruhm, als er 1999 rund um den Globus großen finanziellen Schaden anrichtete, ehe er unter Kontrolle gebracht werden konnte. 2001 begann eine neue Ära: Netzwerkwürmer, die automatisch und wahllos jeden Computer infizierten, der online und ohne ausreichenden Schutz war. Netzwerkwürmer wie Sasser oder Blaster können sich innerhalb einer Stunde weltweit verbreiten und verursachen gemeinsam mit E-Mail-Würmern bis heute noch große Schäden in der IT-Welt.

Aktuell gibt es über 150.000 Viren und die Zahl steigt rapide an. Seit dem ersten PC-Virus hat sich vor allem eines geändert: die Motive der Virenschreiber. Die größte Veränderung seit 1986 besteht damit im Wandel von Hobby-Virenschreibern zu kriminell arbeitenden Gruppen, die auf finanziellen Gewinn zielen. Dieser Trend setzt sich weiter fort.


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