Viren-Schreiber verzichten zunehmend darauf weltweite Epidemien wie beim Melissa- oder Blaster-Wurm loszutreten. Stattdessen setzen sie auf ein sehr einträgliches Geschäft - die Schaffung und den anschließenden Verkauf von sogenannten Zombie-Netzwerken. Als Zombies werden Computer bezeichnet, deren Kontrolle bereits von einem Dritten beispielsweise zum Versand von Spam-Mails übernommen wurde.
Der Einfluss des organisierten Verbrechens auf die Szene der Virenschreiber, hat einen regelrechten Wandel bei deren Motiven ausgelöst hat. Denn anstatt sich zu bemühen Viren und Würmer zu programmieren, die so viel Computer wie möglich infizieren, sind die Schöpfer der digitalen Schädlinge dazu übergangen eine geringe Zahl von Rechnern zu verseuchen. Mit dem Ziel personlisierte Zombie-Armeen aus dem Boden zu stampfen.
Benötigt man eine Million Computer, um Spam zu versenden? Die Antwort lautet: Nein. Für eine Denial-of-Service-Attacke sind 5.000 oder 10.000 PCs mehr als genug. Und genau das ist der Grund, warum Virenschreiber aber auch Hacker ihre Strategien vollends geändert haben - sie brauchen einfach keine globalen Epidemien mehr. Einige kriminelle Gruppierungen sind bereits dazu übergegangen, auf Underground-Websites und in Newsgroups für die Dienste ihrer Zombie-Netze zu werben.
|