Im Internet verbreitete sich im Juni 2004 ein Computer-Wurm, der über eine besonders raffinierte Vorgehensweise verfügte: Sober.H versandt Massenmails mit rechtsradikalen Inhalten an alle E-Mail-Adressen, die er auf PCs vorfand, die zuvor durch die Vorgängerversionen von Sober infiziert worden waren. Es wirden sogar Empfänger- und Absenderadressen manipuliert.
Die versendeten Spams mit rechtsradikalen Inhalten führten zu erheblichen Ansehensverlusten der vermeintlichen Absender. Sie waren also nicht Täter, sondern Opfer dieser Spam-Kampagne. So beklagte beispielsweise der Caritas-Verband in einer Mitteilung als Absender der Spam-Mails genannt zu werden:
"Die Caritas betont ausdrücklich, dass sie nichts mit derartigen rechtsradikalen E-Mails zu tun hat, auch wenn diese ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen von einer der Caritas zugehörigen Adresse ausgehen. Sie bittet die Empfänger um Vertrauen, in ihre grundsätzliche Haltung, für die die Würde aller Menschen oberste Richtschnur ist."
Auch dem Österreichischen Arbeitsmarktservice AMS ging es nicht anders. "Auch Adressen des Arbeitsmarktservice wurden dabei als Absender missbraucht. Dazu sei klargestellt: Keine der E-Mails wurden vom AMS gesendet. Das Arbeitsmarktservice distanziert sich ausdrücklich von jedweden ausländerfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Inhalten", heißt es in einer Mitteilung.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfahl seinerzeit den Einsatz aktualisierter Viren-Schutzprogramme, die Sober.H und dessen Vorgängerversionen entfernen und eine weitere Verbreitung von Sober.H somit verhindern.
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