Die seit Ende 2005 im Amt befindliche CDU-SPD-Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, so genannte Killer-Spiele verbieten zu lassen. Doch selbst aus den eigenen Reihen regt sich Widerspruch gegen den Plan, brutale Computer- oder Konsolenspiele aus dem Verkehr zu ziehen. Besonders deutlich attackiert Thomas Jarzombek die Bundeskoalition aus Union und SPD.
Der CDU-Beauftragte für neue Medien im Landtag von Nordrhein-Westfalen spricht in einem Interview mit dem Computer-Magazin CHIP von einem "absurden" Vorhaben: "Minderjährige sind ohnehin schon geschützt: entweder per Indizierung oder per Altersfreigabe ab 18 Jahren. Hier besteht also kein Handlungsbedarf. Wenn aber Kinder und Jugendliche Tag und Nacht vor raubkopierten Spielen sitzen, müssen wir in Richtung der Eltern schauen."
Jarzombek plädiert dafür, statt eines Verbots lieber "die Eltern fit für die Medienerziehung zu machen". Es gehe darum, dass sich Eltern "als Medienpartner anbieten und ihren Kindern bei der emotionalen Verarbeitung helfen." Hinter dem angestrebten Verbot vermutet der CDU-Politiker machtpolitische Motive: "Jugendmedienschutz ist ein landespolitische Aufgabe, was einige Bundespolitiker vielleicht motiviert, diese Aufgabe auf den Bund übertragen zu wollen - und damit mehr Macht zu gewinnen."
Die Länder hätten in den letzten Jahren viel getan, zuletzt durch Gründung der Kommission für Jugendmedienschutz, die bundesweit einheitliche Standards für den Jugendschutz durchsetzt. Und es gebe ja noch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien als letzte 'Notbremse', so der Medien-Experte.
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