Den Schweizer Polizeibehörden ist im Kampf gegen Kinderpornografie ein weiterer Schlag gelungen. Im Rahmen einer koordinierten Polizeiaktion der Bundeskriminalpolizei (BKP), der Polizeikräfte aller Kantone sowie der Stadt Bern, wurden landesweit bis zu 400 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Umfangreiches Material wurde sichergestellt.
Nach der Operation "Genesis" im Herbst 2002 ist dies die zweitgrößte je in der Schweiz durchgeführte Polizeiaktion gegen Kinderpornografie. Die Hauptaktion begann am 6. September 2004 und dauerte rund zwei Wochen. Die überprüften Personen stehen im Verdacht, kinderpornografisches Material beschafft zu haben und zu besitzen.
Zahlreiche Verdächtige tauchten bereits in früheren Fällen auf. Die Überprüfung von 47 Personen war aufgrund besonderer beruflicher Konstellationen der Betroffenen zeitlich vorgezogen worden. Die Auswertung des gesamten sichergestellten Materials wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
Bei der laufenden Operation handelt sich wie bei Genesis um einen Fall von gewerbsmäßig vertriebener Kinderpornografie im Internet. Die Ermittlungen haben ihren Ursprung ebenfalls in den USA: Dort gingen die Behörden - insbesondere das Bureau of Immigration and Customs Enforcement (ICE) - 2003 gegen mehrere Firmen vor, die Zugang zu zahlreichen Webseiten mit kinderpornografischem Bildmaterial anboten.
Sie konnten Geschäftsunterlagen mit Informationen über die Kunden sicherstellen, welche sich mittels Kreditkartenzahlungen Zugang zu den Seiten verschafft hatten. Interpol informierte die nationalen Polizeiorgane im Februar 2004 an einer Tagung in Lyon über die internationale Dimension des Falls. Neben der Schweiz sind auch über 120 weitere Länder involviert.
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