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121 VERDÄCHTIGE: BUNDESWEITER SCHLAG GEGEN KINDERPORNOGRAFIE


Foto by visavis.de   Kinderporno-Forum: Nur 5 Tage online, aber 1.500 Anmeldungen
 
Den deutschen Behörden war am 10. Januar 2006 ein Schlag gegen einen im Internet operierenden Kinderporno-Ring gelungen. In den frühen Morgenstunden begann eine zeitgleich durchgeführte Durchsuchungsaktion bei 111 Mitgliedern eines Internet-Forums, die im Verdacht stehen, kinderpornografische Bilddateien in Umlauf gebracht zu haben.

Die Staatsanwaltschaft München und das Polizeipräsidium München ermittelten seit Dezember 2004 gegen die Mitglieder dieser Plattform wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Dateien. Bei der Group, die auf Grund der Sperrung durch den Provider Mitte Oktober 2004 nur fünf Tag existierte, meldeten sich in dieser Zeit weltweit fast 1.500 Mitglieder an. In den fünf Tagen wurden 2.942 Bilddateien eingestellt, wovon etwa 2.700 als kinderpornografisch eingestuft werden konnten.

Die Mitglieder haben sich dort gezielt zum Tauschen beziehungsweise Verbreiten von kinderpornografischen Bilddateien getroffen. Da es sich um ein öffentliches Forum handelte, war jedem Mitglied im Vorfeld bekannt, dass der Sinn und Zweck dieser Group ausschließlich der Verbreitung von Kinderpornografie diente. Jedes Mitglied, das die Möglichkeit des Herunterladens von diesen inkriminierten Dateien nutzte, machte sich bereits wegen Besitzes von Kinderpornografie strafbar.

Das Polizeipräsidium München ermittelte zunächst 121 deutsche Mitglieder des Forums. Die anschließende Koordination der bundesweiten Durchsuchungsmaßnahmen wurden vom Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) durchgeführt. Von 1007 festgestellten ausländischen Tatverdächtigen wurden die Anzeigen über das Bundeskriminalamt (BKA) an die jeweiligen ausländischen Staaten weitergeleitet.

Durchsucht wurden Deutschland-weit insgesamt 113 Wohn- und Geschäftsräume, 16 davon in Bayern. Weitere Durchsuchungsaktionen gab es zeitgleich in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Bei der bundesweiten Durchsuchungsaktion wurden bisher 86 PCs, 67 Peripheriegeräte, über 3.500 CDs und DVDs, knapp 800 Disketten und 300 Videokassetten sichergestellt. Im Rahmen einer ersten Sichtung konnten bereits umfangreiche kinderpornografische Dateien festgestellt werden. Bisher waren deutschlandweit 14 Tatverdächtige noch während der Durchsuchung geständig.


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