Dem Bundeskriminalamt gelang Anfang April 2006 die Festnahme von sieben Mitgliedern einer international agierenden Phishing-Gruppierung. Dadurch konnten Schäden in Millionenhöhe bei deutschen Online-Banking Kunden verhindert werden.
Die Eingreifreserve des Generalstaatsanwalts Frankfurt am Main führte seit Dezember 2005 ein Ermittlungsverfahren gegen insgesamt 10 deutsche und litauische Staatsangehörige im Alter zwischen 21 und 47 Jahren als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung. Diese Gruppierung plante, in großem Umfang Gelder von Online-Konten deutscher Kreditinstitute zu erlangen, nachdem sie auf betrügerische Art und Weise die zum Online-Verkehr notwendigen Daten der Bankkunden abgefragt hatte.
Das Abfischen der Kontendaten (so genanntes Phishing, zusammengesetzt aus den Begriffen Passwort und Fishing) erfolgte durch die Verbreitung von Trojanern, die über Spam-Mails auf die Computer der Online-Kunden gebracht wurden. Über diese Trojaner wurden Zugangsdaten und TAN's (Transaktionsnummern) ausgespäht und an die Täter übermittelt.
Die sieben Festgenommenen hatten bereits mit gefälschten Dokumenten Scheinwohnsitze begründet und zahlreiche Konten bei Kreditinstituten im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen auf falsche Personalien eröffnet, auf die die "abgephishten" Geldbeträge umgeleitet werden sollten. Die so erlangten Gelder sollten dann nach Barabhebung an Hinterleute ins osteuropäische Ausland überwiesen werden.
Im Rahmen der zeitgleich mit den Festnahmen durchgeführten Durchsuchungsmaßnahmen in insgesamt sechs Wohnobjekten in Frankfurt, Wetzlar, Gießen, Stauffenberg, Lich und Allendorf konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, das den Tatvorwurf gegen die Mitglieder der Tätergruppierung untermauert.
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