Der E-Mail-Security Spezialist MailFrontier hat im Dezember 2005 die Ergebnisse seines deutschsprachigen "Phishing IQ Tests" bekannt gegeben. Im Rahmen des Tests können sich Internet-Nutzer einem Selbsttest unterziehen und ermitteln, ob sie in der Lage sind Phishing-Mails von legitimen E-Mails zu unterscheiden.
Die Bilanz nach 25.000 Teilnehmern ist nicht gerade die allerbeste. Demnach reagieren User aus Deutschland zwar sensibel auf Spam und Phishing-Mails, die überwiegende Mehrheit ist aber nicht in der Lage, alle Phishing E-Mails von echten E-Mails zu unterscheiden. Nur 2.800 User (11 Prozent) wiesen eine 100 prozentige Trefferquote auf. Immerhin: Beim selben Test in den USA gelang dies nur 3 Prozent Nutzer.
Die Fähigkeit, betrügerische E-Mails zu erkennen, geht generell mit steigender Skepsis gegenüber allen E-Mails einher. Zunehmend werden jedoch auch legale E-Mails von Banken oder Online-Kaufhäusern als Phishing-Mails bewertet. "Phishing führt zu einem generellen Misstrauen gegenüber E-Mails und fördert die Verunsicherung, wenn es darum geht, Phishing-Mails zu erkennen. Leider müssen sich dabei viele auf ihr Gespür verlassen und bei jeder eingegangenen E-Mail erneut entscheiden, ob es sich um eine Betrugs-Mail handelt oder nicht", erklärt der Technikexperte von MailFrontier Nilay Patel den Alltag der Internet-User.
Die kürzliche Festnahme eines Computerbetrüger-Rings aus Estland zeigte, wie professionell die Online-Betrüger inzwischen geworden sind. Die Gruppe hatte es geschafft, etwa 100.000 Euro von deutschen Konten zu "phishen". MailFrontier rechnet allein in der Weihnachtszeit mit einer Milliarde Spam- und Phishing- E-Mails weltweit. "Dabei werden oft Spendenaufrufe und gefälschte Online-Banking-Mails missbraucht, um gutgläubige Menschen dazu zu bringen, ihre Bankdaten sowie PIN- und TAN- Nummern preiszugeben oder gar Geld auf die Konten von Betrügern zu überweisen", so Patel weiter.
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