Rund 70 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland befinden sich in Besitz von Raubkopien. Dabei zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied bei den illegal kopierten Inhalten: Jungen und Mädchen liegen zwar bei Musik-Raubkopien gleichauf, bei den Filmplagiaten haben die Jungs (60 Prozent) aber die die Nase vorn (Mädchen = 51%). Deutlicher wird der Unterschied sogar noch bei Raubkopien von Softwareprogrammen. Während 53 Prozent aller Jungen solche besitzen, beträgt dieser Wert bei Mädchen lediglich 28 Prozent. Das ergab eine aktuelle Befragung der Business Software Alliance (BSA) unter Schülern.
Erschreckend: Etwa 10 Prozent aller Jugendlichen haben laut Studie bereits Geld für Raubkopien verlangt. 30 Prozent haben illegale Software aus dem Internet heruntergeladen, fast jeder zweite brennt selber CDs mit urheberrechtlich geschützten Werken, zu denen er das Original nicht mal besitzt.
Die Umfrage ergibt außerdem eine Reihe weiterer interessanter Zahlen zur Medienkompetenz Jugendlicher in Deutschland. So nutzen bereits 63 Prozent von ihnen einen eigenen PC. Einen Wermutstropfen erhält diese Zahl aber durch die starke Ungleichverteilung zwischen den Geschlechtern: während 71 Prozent aller Jungs auf einen eigenen PC zurückgreifen können, genießen nur 49 Prozent aller Mädchen diesen Luxus. Auch die Nutzung des Internets ist bei männlichen Jugendlichen stärker ausgeprägt: 35 Prozent von Ihnen sind immerhin mehr als sieben Stunden pro Woche online. Bei den Mädchen sind es nur 22 Prozent.
"Jungen wünschen sich aktiv PCs und geben dabei gerne auch die technischen Spezifikationen wie Grafik- oder Sound-Karte bis ins Detail vor, um ihre Games spielen zu können. Dagegen sind die Mädchen meistens mit dem zufrieden, was sie Zuhause über die Eltern vorfinden, denn das reicht für ihre Anwendungen wie Hausaufgaben oder Internet-Chat vollkommen aus", analysiert Axel Dammler, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitut iconkids & youth international research die Ergebnisse. "Beim generellen Zugang zum PC im Haushalt liegen Jungen und Mädchen nach unseren Daten fast gleich auf."
Trotz der weiten Verbreitung von Raubkopien bei Schülern scheint die Angst vor der Entdeckung durch Polizei und Behörden nicht sehr groß zu sein. Nur 42 Prozent aller Befragten gaben an, darüber besorgt zu sein. Auffallend ist, dass Mädchen hier mit 43 Prozent vor den Jungen (39 Prozent) liegen - und dass, obwohl sie eigenen Angaben nach weniger Raubkopien besitzen.
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