Neben dem Tauschhandel von raubkopierten Filmen in den peer-2-peer-Netzwerken (auch Tauschbörsen genannt) oder dem Direkt-Download von Homepages sowie FTP-Servern eröffnen sich den Filmpiraten noch viele weitere Möglichkeiten, um im Internet an billige Duplikate von Kinofilmen, die in vielen Fällen noch nicht einmal angelaufen sind, zu gelangen.
Denn einige Raubkopierer betreiben im Internet ein recht profitables Geschäft mit raubkopierten Filmen, mit dem sie die Filmindustrie allein in Deutschland jährlich um schätzungsweise 20 Prozent ihres Gesamtumsatzes (Angaben der GVU) bringen.
Nicht nur über Auktionshäuser bieten sie ihre "heiße" Ware an, sondern auch via Spam-Mail und Homepage. Im Vorfeld fertigen sie sich Dutzende oder gleich Hunderte von Video-CDs in ihren geheimen Press-Werken, die in Kellern oder Garagen des eigenen Hauses untergebracht sind, an, um sie dann per Post an ihre im Internet geworbenen Abnehmer zu versenden.
An die Originale gelangen die Kopierer nicht selten durch Unterstützung von Filmjournalisten, Mitarbeitern von Filmkonzernen oder Agenturen aber auch Jurymitgliedern. So kursierten bereits vor der Veröffentlichung Raubkopien des Kinofilms "Herr der Ringe - Die zwei Türme" in bester Qualität im Web. Anhand des alle 15 Minuten aufblinkenden Schriftzugs "Zu Ihrer Verwendung" konnte der Übeltäter schnell ermittelt werden: Ein Vertreter der Oscar-Jury.
Sollten derartige Kontakte jedoch nicht vorhanden sein, werden die Filmpiraten kreativ und rüsten sich für die Filmpremieren bereits mit Videokameras aus und kopieren den Kinofilm von der Leinwand. Die Qualität derartiger Aufnahmen lässt jedoch zu wünschen übrig. Nicht selten sind Köpfe oder Hände von anderen Kinobesuchern zu sehen.
Experten wissen jedoch: Umso länger ein Film im Kino läuft, desto besser wird die Qualität der Raubkopien.
|