Die Server, über die die Propaganda islamistischer Extremisten in das World Wide Web eingestellt werden, sind in vielen Fällen in den USA oder dem arabischen Raum beheimatet. Ersteres mag zwar hinsichtlich der Terroranschläge vom 11. September 2001 zunächst verwundern. Dennoch: In den USA sind viele Inhalte trotz der Anschläge nach wie vor durch die Meinungsfreiheit gedeckt und anonymes Webhosting ist ohne weiteres möglich. So gestaltet sich die Suche nach den Urhebern der Websites meist sehr schwierig.
Nach außen hin scheinen die Websites islamistischer Extremisten zunächst ganz harmlos, doch beim näheren Hinschauen erweisen sie sich aber häufig als Verlautbarungs-Propaganda. Demgegenüber stehen aber auch Websites, deren Betreiber von vornherein keinen Hehl aus ihrer Ideologie machen. Auf diesen findet man Animationen, die beispielsweise den Al-Qaida-Führer Osama bin Laden zeigen, wie er ein Sturmgewehr auf US-Präsident George W. Bush jr. richtet und abdrückt. Begleitet werden sie von frommen Gesängen, die den Sieg des Islams verkünden.
Gar das Eintauchen in ein Ausbildungslager der Terroristen in u.a. Afghanistan ist online möglich. Gezeigt wird, wie Anschläge trainiert werden und der Nutzer darf auch selbst ans Gewehr: Über Internet-Spiele kann geübt werden, ranghohe Politiker zu liquidieren. Hinter den teils anspruchsvollen Animationen, Online-Spielen etc. stehen meist junge technisch versierte Menschen, die ein Interesse an diesen Themen haben.
Die Quintessenz der in zahlreichen Sprachen gestalteten Seiten ist im Wesentlichen gleich: Die Gegenüberstellung des "verdorbenen, zum Untergang bestimmten Westens" und des "heilbringenden Islams".
|