Im Mai 2005 versprach ein irakischer Sprecher des Terror-Netzwerks Al-Qaida der Welt, dass bald ein neues Video mit den aktuellsten Greueltaten der im Irak operierenden Terrorgruppen erscheinen soll. Und so geschah es auch: Am 29. Juni 2005 ist unter dem Titel "All Religion Will Be for Allah" eine 46 Minuten lange Video-Sequenz zu den Geschehnissen im Irak aufgetaucht. Ein raffiniert zusammengestelltes Videoband war es, mit professionellen Grafiken: Ein Jahresbericht über die jüngsten Attentate im Land der zwei Flüsse.
In einer Szene wird eine Gruppe lächelnder junger Männer gezeigt. Sie sind die einzigen Kämpfer, die ihr Gesicht unmaskiert zeigen und der Grund hierfür wird erklärt: Sie gehören zum Trainingskorps der Selbstmordattentäter. So bemerkenswert, wie das Video selbst, war auch die Art und Weise wie der "Propaganda-Flügel'' des Terroristen Abu Musab al-Zarqawi dieses Video um die Welt verbreitete: Eine speziell entworfene Website mit Dutzenden von Links zu den Aufnahmen ebnete Internet-Nutzern den Weg zu gleich mehreren Versionen der Videobotschaft.
Es standen große Dateien mit 150 Megabyte für DSL und stark komprimierte Dateien mit 4 Megabyte für Modem-Zugänge zum Download bereit. Überdies hatten die Nutzer die Wahl zwischen dem Windows Media Player als Abspielprogramm oder dem RealPlayer. Selbst für's Handy konnte "All Religion Will Be for Allah" heruntergeladen werden.
Noch nie zuvor, da sind sich die Anti-Terror-Spezialisten mittlerweile einig, hat es eine Terror-Organisation so gut verstanden, ihren Echtzeit-Bodenkrieg mit einem "elektronischen Dschihad" zu verknüpfen. Die Experten gehen davon aus, dass dies die Zukunft der terroristischen Kriegsführung ist, die keine Tat unaufgezeichnet lässt und den Anschein erwecken will, als würden Greueltaten nur zwecks Verfilmung und anschließender sofortiger Veröffentlichung im Internet verübt.
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