Zielfahndern ist es gelungen in Spanien einen 42-jährigen Deutschen festzunehmen, der vom Landeskriminalamt Hamburg wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges mit Dialern per Haftbefehl gesucht wurde. Das LKA bearbeitet seit Anfang des Jahres 2004 ein umfangreiches, bundesweit geführtes Ermittlungsverfahren gegen insgesamt 11 Tatverdächtige, die in den Medien mittlerweile als "Dialer-Mafia" tituliert werden.
Den Tatverdächtigen wurde die betrügerische Rechnungslegung für angeblich im Internet in Anspruch genommene Dienstleistungen vorgeworfen. Die von den Rechnungen betroffenen Geschädigten bestritten, die behaupteten Dienste in Anspruch genommen zu haben. Den daraufhin vom LKA erlangten Erkenntnissen zufolge, installierte sich beim Aufruf, überwiegend von Erotikseiten, unbemerkt ein Einwahlprogramm (Dialer) auf den Computern der Betroffenen.
Die Kriminalbeamten ermittelten, dass von den Tatverdächtigen bundesweit insgesamt 220.000 Rechnungen unter verschiedenen Firmennamen versandt wurden. Rund 45.000 Betroffene überwiesen den rechtsgrundlos geforderten Betrag von 49 Euro. Die Tatverdächtigen erzielten dabei Gewinne von rund 3,5 Millionen Euro.
Bei Durchsuchungen der Firmen- und Wohnräume der Beschuldigten im November 2004 und März 2005 gelang es dem LKA und der Hamburger Staatsanwaltschaft, umfangreiches Beweismaterial sicherzustellen. Im Rahmen der damals geführten Ermittlungen wurden bereits zehn Tatverdächtige ermittelt beziehungsweise festgenommen. Mit der Festnahme des 42-jährigen Deutschen konnte jetzt der letzte Beschuldigte dieses Verfahrens festgenommen werden. Dem 42-Jährigen wird vorgeworfen, der Programmierer des Dialers gewesen zu sein.
Dieser Beitrag gibt den Stand der Dinge vom 26. Juli 2006 wieder.
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