Ob IP-Adresse, E-Mail-Adresse, Wohnort, Telefonnummer oder Konto-Informationen: Internet-Nutzer geben persönliche Daten in immer größerem Umfang preis und werden zunehmend gläsern. Oft geschieht dies unfreiwillig und der Nutzer weiß meist nicht, wer seine Daten wo, für wie lange und zu welchem Zweck speichert. Aus den gesammelten Daten können dann ganze Persönlichkeitsprofile mit Vorlieben und Einkaufsverhalten erstellt werden.
Doch nicht nur das heimliche Sammeln von Daten durch Anbieter, sondern auch die freiwillige oder vollkommen unbedachte Preisgabe von persönlichen Informationen durch den Nutzer selbst, ist ein weit verbreitetes, vor allem im Social Networking anzutreffendes Problem. Denn einmal im Internet veröffentlichte Daten bleiben dort in aller Regel für immer abrufbar.
Hinzu kommen dann auch noch die Begehrlichkeiten einzelner Staaten, die Internet-, Telekommunikations-, Mobilfunk- und Dienste-Anbieter per Gesetz in zunehmendem Maße zur Erhebung, Speicherung und langfristigen Aufbewahrung der Daten ihrer Kunden verpflichten. Auf diesem Wege entstehen ganze Datenhalden, die wiederum Begehrlichkeiten bei den Anbietern selbst, bei Werbetreibenden aber auch bei Kriminellen wecken.
Grundsatz der Datensparsamkeit, Transparenz und internationale Standards
Um den Datenschutz im Internet ist es denkbar schlecht bestellt. Daher tritt naiin national wie international gegenüber Wirtschaft und Gesetzgebern vehement für die Durchsetzung des Grundsatzes der Datensparsamkeit ein. Sprich: Persönliche Daten von Nutzern sollten nur dann und auch nur in dem Umfang und für den Zeitraum erhoben sowie gespeichert werden, für den sie tatsächlich zur Abwicklung eines Dienstes benötigt werden.
Zugleich engagiert sich naiin in diesem Zusammenhang für Transparenz: Werden persönliche Daten erhoben, sollte der Internet-Nutzer über den Umfang und die Dauer der Speicherung seiner Daten im Detail informiert werden. Die Weitergabe der Daten an Dritte sollte nur mit ausdrücklicher Zustimmung des betroffenen Nutzers erfolgen. Dies sollte auch für die Erhebung von persönlichen Daten gelten, die nicht zwingend zur Abwicklung eines vom Nutzer genutzten Dienstes benötigt werden.
Um Datenschutz-Standards auf dieser Grundlage international bei Internet-, Telekommunikations-, Mobilfunk- und Dienste-Anbietern durchzusetzen, tritt naiin in Dialog mit den Anbietern, Wirtschaftsverbänden und politischen Entscheidungsträgern. Dabei setzt naiin auf Instrumente der Selbstregulierung, da nicht zu erwarten ist, dass sich die Staaten auf global gültige gesetzliche Datenschutzbestimmungen verständigen werden.

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