Die Terroranschläge vom 11. September 2001 waren der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Sie offenbarten eine bis dato von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Bedrohung des Weltfriedens. Eine Bedrohung globaler Dimension. Die Anschläge führten der Öffentlichkeit zugleich zu Augen, wie intensiv Terroristen und religiöse Fundamentalisten das Internet nutzen.
Sie missbrauchen es zu Agitations-, Selbstdarstellungs-, Rekrutierungs- und Propagandazwecken, aber auch zur Kommunikation und Koordination. Dabei bedienen sie sich in der Regel moderner Verschlüsselungsmethoden, um Informationen vor fremdem Zugriff zu schützen. Das Internet erspart Terroristen somit teils zeitaufwendige, gefährliche Reisen und konspirative Treffen mit Festnahmerisiken und ermöglicht ihnen aus dem Ausland heraus den Kontakt zu Funktionären und Zellen in den jeweiligen "Feindesländern".
Geboten wird im Internet insgesamt eine Fülle an Informationen zu islamistischen Themen in Text, Bild, Ton und Film - darunter zum bewaffneten Dschihad und zu Bekenntnissen zu Selbstmordattentaten und Anschlägen. Wie weit fundamentalistisch geprägte Organisationen die zur Verfügung stehende Technik bereits erschlossen haben, wird anhand von Internet-Radio- und -Fernseh-Sendern, die diese schon seit geraumer Zeit betreiben, deutlich.
Verteidigung von Freiheiten und Werten
Der Auftrag von naiin besteht in erster Linie in der Aufdeckung und der direkten Bekämpfung terroristischer Strukturen im Internet. Das schließt die stete Beobachtung und Dokumentation derartiger Aktivitäten sowie die weltweite Zusammenarbeit mit Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden ein.
Zugleich sieht es naiin als seine Aufgabe an, grenzüberschreitende Standards der Wirtschaft im Umgang mit derartigen Aktivitäten zu erarbeiten und durchzusetzen. Darüber hinaus steht die Aufklärung der Öffentlichkeit im Mittelpunkt des Wirkens. Ziel ist es, eine für das Thema "Terrorismus im Internet" sensibilisierte Öffentlichkeit zu schaffen.
Überdies soll die Arbeit von naiin auf politischer Ebene verhindern, dass die Politik - in der Annahme einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Terrorismus zu leisten - sinnfreie, bürgerrechtsverletzende Maßnahmen umsetzt. Denn es gilt, Freiheiten und Werte gegenüber Terroristen zu verteidigen, und nicht, sie selbst abzuschaffen. Die bisher von der Politik eingeleiteten Anti-Terror-Maßnahmen mit Bezug zum Internet sind demnach weltweit permanent auf ihre Sinnhaftigkeit und Treffsicherheit zu überprüfen.

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